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Info
"Blasenprävention und -behandlung"
Blasen
sind der Alptraum eines jeden Wanderers und Trekkers.
Blasen haben schon so manche Tour zerstört, sie haben manchen Wander-Novizen
dazu gebracht, sich vor Wanderungen panisch zu fürchten oder sie
in Zukunft sogar phobisch zu meiden.
Es gibt
glückliche Fußtouristen, die noch nie mit Blasen zu tun hatten,
und es gibt die Vielzahl der Normal-Wanderer, die wenigstens ab und
zu mit Blasen zu tun haben.
Bis auf
die wenigen Glücklichen, die Blasen nur vom Hörensagen kennen,
kann jeder, der zu Fuß unterwegs ist, Probleme mit Blasen bekommen,
übrigens auch im Alltagsleben zu Hause.
Wir möchten
Ihnen mit diesem Info helfen, dass Sie Blasen entweder so gut es geht
vermeiden können:
Wenn es Sie getroffen hat, sollten Sie wissen, was Sie tun können,
um Ihre Tour dennoch ohne grössere Probleme zuende führen
können und sie in guter Erinnerung behalten.
Die folgende
Info haben wir nach bestem Wissen zusammengestellt. Wir haben uns dabei
an den im Anhang genannten Quellen orientiert, insbesondere dem Blaseninfo
der Fa. Tropicare.
Sollten Sie Fehler feststellen, sind wir Ihnen für eine Nachricht
dankbar.
Dieses
Info beschäftigt sich mit folgenden Themen:
- Zum
Verständnis: Wie entstehen Blasen ?
- Vorbeugend:
Wie verhindern Sie Blasen ?
- Wenn
es passiert ist: Wie behandeln Sie Blasen ?
- Womit
sollten Sie Ihre Wanderapotheke aufstocken?
1. Wie entstehen Blasen ?
Die
menschliche Haut ist (für viele unerwartet, trotz des Sprichwortes...)
sehr dünn: lediglich 1 bis ca. 3.5 mm dick - letzteres eigentlich
nur an zwei Stellen des Körpers, nämlich in der Innenhand
und auf der Fußsohle durch stärkere Honrhaut.
Die Haut besteht (für unseren Zweck der Erklärung von Blasen
sehr stark vereinfacht dargestellt) aus zwei Schichten:
- zuunterst der Dermis (oder Lederhaut)
- und darüber der Epidermis (oder Oberhaut).
In der Dermis werden die Hautzellen gebildet, die Epidermis ist eine
gefäßlose Zellschicht, bestehend aus verhornten Zellen.
Die alleroberste
Schicht kann an belasteten Stellen stark verhornt sein - das sind die
bekannten Hornhautschwielen.
Die beiden Hautschichten werden durch die Basalmembran voneinander getrennt.
Wenn auf
eine bestimmte Stelle der Haut ständig Reibungskräfte einwirken,
können in der Basalmembran oder in der Dermis Hohlräume entstehen,
die sich mit durchsichtiger Flüssigkeit füllen (seröse
Flüssigkeit).
Wenn eine Blase nicht mit seröser Flüssigkeit sondern mit
Blut gefüllt ist, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Blase
tiefer, in der Dermis, entstanden ist.
Diese
Flüssigkeits-Blasen spannen die Haut, vor allem natürlich
wenn der Druck auch weiterhin einwirkt, und können direkt auf die
an der Basalmembran endenden Nerven einwirken, was ein brennendes Gefühl
und Schmerz verursacht.
Blasen
sind sehr lästig, sie haben aber eine wichtige Funktionen: sie
sollen die tiefer liegenden Hautschichten vor dem permanenten Druck
oder der einwirkenden Hitze schützen, und der Schmerzreiz signalisiert
dem Betroffenen, dass eine Störung vorliegt.
Die Entstehung
von Blasen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
- Feuchtigkeit:
Lange andauernder Kontakt mit externer Flüssigkeit oder Schweiss
macht die Haut weich und erhöht dadurch die Gefahr der Bildung
von Blasen. Ausserdem kann ein Fuß, der ausser verschwitzt auch
noch verschmutzt ist (Körperfette etc.) und in eine feuchtwarme,
reibende Umgebung "eingesperrt" ist (z.B. eine schmutzige,
seit Tagen getragene Socke...), auch noch talgverstopfe Poren und
Haarbalgreizungen oder -entzündungen produzieren... .
- Reibung:
Permanente Reibung zwischen der Haut und einer Oberfläche verursacht
Wärme und mechanische Kräfte, die am Verbund der Hautschichten
zerren. Dadurch wird die Bindung zwischen den Hautlagen geschwächt
und die Bildung von Hohlräumen und also Blasen angeregt.
Schuhe, die an bestimmten Stellen drücken, die Naht einer Socke
sowie Sand oder Steinchen im Schuh sind typische Ursachen von Reibung.
- Hitze:
an einem warmen Tag, auf einem heissen Untergrund oder in schlecht
ventilierten Schuhen kann die Temperatur der Fußhaut sehr hoch
werden. Dadurch erhöht sich die Gefahr der Bildung von Blasen.
Auch schwellen erhitzte Füße stark an, was das Risiko der
Bildung von Druckstellen wiederum erhöht und damit ebenfalls
die Gefahr einer Blasenbildung.
- Kälte:
hier gibt es unterschiedliche Ansichten. tropicare sagt im Info, dass
bei kalten Füßen die Fußhaut aufgrund der geringeren
Durchblutung empfindlicher werde für Blasenbildung. Dagegen ist
unsere persönliche Erfahrung, dass es bei kalten Füssen
weitaus weniger Probleme mit Blasen gibt (ausser bei extrem kalten
Füssen Blasen durch Erfrierungen...). Vielleicht auch deshalb,
weil normalerweise der Fuß weniger durch Fußschweiss aufweicht
(wir tragen allerdings auch keine VBL-Socken), weil er nicht so leicht
anschwillt, und weil physiologische Prozesse bei Kälte generell
langsamer ablaufen ?
2. Wie verhindern Sie Blasen ?
-Info noch in Arbeit
3. Wie behandeln Sie Blasen ?
Generell:
die Behandlung wird unterschieden danach, ob es eine noch geschlossene
Blase ist oder eine schon offene, und ob es eine seröse Balse oder
eine Blutblase ist.
Geschlossene
Blasen
Bei einer
geschlossenen Blase ist die Hautoberfläche noch vollkommen intakt.
Dies bietet einen ausgezeichneten Schutz vor Infektionen.
- Wenn Sie Ihre Tour schon beendet haben, und die Blase keine allzugrossen
Probleme bereitet: lassen Sie sie in Ruhe! Die Blase wird innerhalb
von etwa 2 Wochen von selber verheilen.
Sie können den Abheilprozess deutlich beschleunigen, wenn Sie spezielle
Pflaster wie Compeed oder 2nd Skin nutzen, die durch einen besonderen
Aufbau den Heilungsprozess auf wenige Tage verkürzen.
- Wenn Sie jedoch Ihre Tour weiter fortsetzen wollen (oder müssen),
werden unbehandelt Druck und Reibung sogar noch stärker als zuvor
(wegen der Schwellung) auf die Haut einwirken, die Hautlagen werden
weiter auseinandergedrückt, und die Blase wird noch grösser
werden - Ihre Probleme damit auch.
Sie
haben dann zwei Möglichkeiten der Behandlung:
1.) entweder
Sie nutzen die schon erwähnten Blasenpflaster Compeed oder 2nd
Skin. Diese bilden eine Kombination aus Heftpflaster und Gelartiger
Wirkschicht. Unmittelbar vermindern Sie den Reibungsdruck und lindern
damit den Schmerz. Sie ziehen durch enthaltene Polymere Feuchtigkeit
aus der Haut (ohne aber die Haut auszutrocknen) . und
formen ein schützendes Gel-Kissen (hydrocolloid). Dieses schützt
die Haut vor weiterer Reibung und stellt eine optimale feuchte Heil-Umgebung
her (nach heutigem klinischem Wissensstand ist eine feuchte Heilungsumgebung
deutlich besser, u.a. für eine narbenlose Abheilung, als die früher
als besser angesehene trockene, "luftige" Umgebung - vorausgesetzt,
es gibt keine Entzündungungskeime in einer offenen Wunde.
Aus eigener Erfahrung können wir die sehr gute Effektivität
dieser Blasenpflaster bestätigen.
2.) Wenn
Ihre Blase(n) aber so gross sind, dass sie enorm schmerzen, wenn Sie
kein oder nicht genügend Blasenpflaster bei sich haben, und Sie
Ihre Tour unbedingt fortsetzen müssen, dann sollten Sie die Blase
drainieren - also die seröse Flüssigkeit abfliessen lassen,
wodurch der Druck und der Schmerz nachlassen.
Wenn Sie vorhaben eine Blase zu öffnen sollten Sie unbedingt die
folgenden Dinge mit sich führen:
- eine Nadel oder ein sehr scharfes Messer/Skalpell oder eine Lanzette
- unbedingt ein Desinfektionsmittel
- reichlich Leukoplast.
Bitte beachten Sie unbedingt: wenn Sie bei der Blasendrainage nicht
steril vorgehen, riskieren Sie eine Infektion der dann offenen Wunde,
die schmerzhaft ist, unter ungünstigen Umständen sogar gefährlich
werden kann! Also bitte sehr sorgfältig vorgehen!
Drainieren
einer Blase
Dies muss unbedingt so steril wie möglich erfolgen!
Unabhängig davon, wo auf Ihrem Fuß die Blase sitzt, gelten
für das Drainieren die folgenden Richtlinien:
- Entfernen
Sie Sand, Staub und anderen Schmutz von Ihren Füßen
- wenn
Sie so etwas bei sich haben: sprühen Sie Kampferspray auf den
Fuß - das kühlt und desinfiziert. Lassen Sie den Fuß
sorgfältig an der Luft trocknen.
- desinfizieren
Sie (oder die Person, die die Behandlung vornimmt) Ihre Hände
sorgfältig mit einem Desinfektionsmittel (z.B. wieder Kampferspray)
- desinfizieren
Sie die Blase und die umliegenden Hautpartien gründlich
- stechen
Sie mit der sterilen (desinfizierten) Lanzette an beiden Seiten der
Blase in Laufrichtung ein kleines Loch in die Blase. Berühren
Sie hierbei die Spitze der Lanzette nicht, um sie steril zu halten.
Ach ja: vergessen Sie bei der Sterilisierung Ihres "chirugischen
Werkzeugs" die aus Abenteuerfilmen bekannte "mit dem Feuerzeug-Ausglüh-Methode"!
Wahrscheinlich werden Sie dabei Ruß an Ihrem Instrument produzieren,
den Sie dann beim Eingriff in die Wunde einbringen... .
- stechen
Sie so wenig wie möglich. Lassen Sie die Blase soweit wie möglich
intakt
- drücken
Sie mit der Lanzette vorsichtig die Feuchtigkeit aus der Blase
- entfernen
Sie niemals die Haut, die über der Blase liegt
- desinfizieren
Sie die umliegenden Hautpartien um die Blase erneut sorgfältig
- kleben
Sie die Blase nach mit Leukoplast ab. Besser wäre hierzu ja wieder
ein Blasenpflaster geeignet, aber das haben Sie ja nicht bei sich...
.
Durch
das Abkleben mit Leukoplast stellen Sie eine zusätzliche künstliche
Hautoberfläche über der eigentlichen Haut her, die weitere
Reibungskräfte von der geschädigten Haut fernhält.
Das Abkleben muss sorgfältig erfolgen, damit dadurch nicht etwa
weitere zusätzliche Belastungspunkte entstehen.
Das Tape wird dachziegelartig verklebt, je nach Stelle, die getaped
werden muss, wird anders abgeklebt, gegebenenfalls müssen die Tapes
speziell zurecht geschnitten werden.
Dies erfordert eine gewisse Übung, viel tape unterwegs und Ruhe!
Wir können
hier nicht auf alle Besonderheiten der Abklebung an verschiedenen Fußzonen
eingehen - das wir u.a. im erwähnten Info-Heft von tropicare getan,
das dem speziellen Wanderer-Erste-Hilfe-Set der Firma beigefügt
ist.
Mit "gesundem Menschenverstand" und Übung sollte aber
jeder Anweder selber auf die speziellen Techniken kommen.
Allgemein:
- ziehen Sie Pflaster nicht zu fest an, sonst können Falten und
damit künftige Probelmstellen in der Haut entstehen
- folgen Sie soweit wie möglich den natürlichen Formen des
Fußes
- machen Sie ggf. kleine Einschnitte in das Tape, um es so gut wie möglich
ohne Falten verkleben zu können. Schneiden Sie eventuelle Falten
weg, sorgen Sie dafü, dass das Ganze eine glatte Oberfläche
bekommt
- bedecken Sie die fertige Tape-Fläche von aussen mit einem Fußpuder.
Dadurch haften offenliegende klebende Ränder weniger, wodurch Sie
Ihre Socken leichter anziehen können.
Wenn Sie
keine Blasenpflaster zu Behandlung mitführen, Ihre Tour trotz grösserer
Blase(n) fortsetzen wollen (oder müssen) und lieber auf die Zähne
beissen als "der kleine Chirug" spielen zu wollen:
nach einiger Zeit der sehr schmerzhaften weiteren Wanderung wird die
Blase wahrscheinlich so gross geworden sein, dass sie aufplatzt.
Damit haben Sie dann eine immer noch schmerzhafte, jetzt aber auch offene,
auch für Krankheitskeime, Wunde.
Diese müssen Sie jetzt unbedingt vor weiterer Reibung bewahren,
unbedingt wie eine offene ernsthafte Wunde behandeln.
Von "Weiterlaufen wie bisher" ist jetzt dringend abzuraten,
auch nach einer Wundversorgung!
Entweder müssen Sie jetzt eine Pause (von wahrscheinlich einigen
Tagen) machen, oder Sie können versuchen, mit leichterer Fußbekleidung
zum nächsten Tour-Abbruchpunkt zu kommen. Das ist aber eine Notlösung!
Sie haben mit einer oder gar mehreren offenen grossen Blasen ein wirklich
nicht leichtzunehmendes gesundheitliches Problem! Unterschätzen
Sie es nicht, wenn Sie damit nicht zu Hause oder gleich um die Ecke
der nächsten Ambulanz sind!
offene
Blasen
Blutblasen
4. Womit sollten Sie Ihre Wanderapotheke aufstocken ?
NOCH IN
ARBEIT - IN WENIGEN TAGEN KOMPLETT ONLINE
Literatur
/ links:
- Tropicare: Care+Plus Blister Guide - Beiheft zum ErsteHilfeSet für
Wanderer www.tropicare.com
- Compeed Info No 2: Blasen, Schnitt- und Schürfwunden. Wira GmbH
Göppingen
- http://www.compeed.com
- http://www.spenco.com
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